Christian Schuchardt

Aktualisiert: 3. Sept. 2021

Christian Schuchardt ist seit 2013 Koch im Rhön Park Aktiv Resort in Hausen-Roth.

Hier lernte er seine Freundin Anja Bauer kennen und lieben, die auch im Rhön Park Aktiv Resort in der Küche arbeitet. 2016 wurden die beiden ein Paar, weshalb es den gebürtigen Utendorfer vor vier Jahren in seine heutige Wahlheimat nach Ostheim vor der Rhön verschlug. Hier bauen die Turteltauben seit Anfang 2019 an ihrem Liebesnest – ein Haus, das bereits seit drei Generationen in Familienbesitz ist und nun komplett umgebaut und saniert wird. Es ist ein Projekt, das ohne die tatkräftige Hilfe und Unterstützung von beiden Familien und guten Freunden nicht möglich wäre ...

Carolin Lawin

Foto: Flashsmile Photografie

 

Steckbrief Name: Christian Schuchardt Wohnort: Ostheim vor der Rhön Alter: 35 Jahre Hobbys: Kaninchenzucht, Simson fahren Motto: „Vergiss nie das Lachen!“

 

Was bedeutet Heimat für dich, lieber Christian?


Heimat ist für mich zum einen der Ort, an dem ich aufgewachsen bin, aber vor allen Dingen auch dort, wo meine Familie und meine Freunde sind. Ostheim wird für mich durch Anja zu meiner Heimat.

Von 2007 bis 2013 arbeitete ich als Koch in Stuttgart. Das war eine lehrreiche Zeit, die mich für mein Leben geprägt hat. Ich konnte dort aber nie richtig Fuß fassen. Das Heimweh hat mich letzten Endes wieder nach Hause geführt. Die Sehnsucht nach meiner Familie und meinen Freunden war einfach zu groß.


Was liebst du an deiner Heimat?


Mal abgesehen von den Menschen, die ich liebe, ist es die Nähe zur Natur, die mich hier begeistert. Ich mag das dörfliche Flair und ganz besonders die Tiere. Dreh- und Angelpunkt ist für mich der Rassekaninchenzuchtverein RKZV T201 Utendorf, in dem ich seit sieben Jahren 2. Vorsitzender bin. Wir nehmen an vielen Ausstellungen wie der Bundeskaninchenschau teil und führen auch Ausstellungen wie die Kreisjungtierschau in Utendorf durch. Ich züchte die Rassen Farbenzwerg luxfarbig und Kastanienbrauner Lothringer. Durch die Zucht meiner Kaninchen entstehen wiederum viele Kontakte. Auch die Nachbarschaftshilfe ist einmalig. Ich liebe dieses Netzwerk und dieses nachbarschaftliche Miteinander. Von uns gibt es Eier, dafür bekommen wir Möhren, Salat, regionales Bio-Fleisch oder auch Stroh für die Kaninchen.


Was ist so besonders an deiner Heimat?


Für mich ganz individuell sind es die Simson Freunde Utendorf, die ich neben all den anderen Sachen mit einem besonderen Heimatgefühl verbinde. Wir sind über 15 Personen und machen oft Ausfahrten, zum Beispiel zum Sandhasentreffen oder auch einfach mal so. Das ist nochmal eine Welt für sich und in Kombination mit Anjas Hobby „Rockabilly“, also der Musik und dem Kleidungsstil, ist das schon ordentlich Rock’n’Roll.

Gibt es einen Ort, den du lieber Heimat nennen würdest?


Nein! Wenn ­– dann zieht es mich höchstens mal zum Camping nach Kroatien. Aber selbst das ist schwierig wegen der Tiere. Bei den wenigen, kleinen Auszeiten, die wir uns nehmen, sind wir immer auf die Unterstützung unserer Familien angewiesen. Die kümmern sich dann um Haus, Hof und Tiere, wofür wir ihnen unheimlich dankbar sind.




Kann sich Heimat deiner Meinung nach im Laufe des Lebens ändern?


Rein örtlich gesehen, hat das bei mir ja funktioniert – von Utendorf nach Ostheim. Das ging für mich aber auch nur, weil sich die Orte sehr ähnlich sind: sehr dörflich, naturnah, familiär. Und weil Ostheim v. d. Rhön natürlich nicht so weit weg von meinem Geburtsort ist.


Gibt es Eigenschaften an dir, die typisch für deine Heimat sind?


Ich würde sagen, das sind im Wesentlichen drei Dinge: Herzlichkeit, Direktheit und Ehrlichkeit.


Was ist dein Lieblingsplatz in deiner Heimat?


Mein Hasenstall und alles, was dazu gehört, also Garten und Hof. Mit einem Bier und gutem Essen (natürlich Bio und regional) gibt es für mich keinen gemütlicheren Ort, als unsere selbstgebaute Bar.


Was muss man in deiner Heimat unbedingt gesehen haben?


Da fallen mir unendlich viele Dinge ein. Ich würde sagen, hier ist alles nah, alles da. Da wären die Innenstadt von Meiningen und die tollen Meininger Parkanlagen, die Utendorfer Armlöcher (besonders im Herbst), die Sandsteinhöhle in Walldorf, das Erlebnis Bergwerk Merkers. Und auch Ostheim hat so viel zu bieten: den Wurstmarkt alle zwei Jahre, die Lichtenburg mit ihrem Burgfest, die am besten erhaltene Kirchenburg Deutschlands, das Orgelbaumuseum Schloss Hanstein, die Bionade, die kleinste regionale Tageszeitung Deutschlands, einen Biergarten mit Wohnmobilstellplatz und Segelflugzeuge. Hier wurden übrigens die ersten Segelflugzeuge mit Motor gebaut. Ich finde es immer wieder faszinierend, zu entdecken, was unsere Region zu bieten hat und welche tollen Dinge hier entstanden sind und immer noch entstehen.


Was macht dein zu Hause einzigartig?


Das ist die Grenzgeschichte und die deutsche Teilung. Dafür interessiere ich mich auch persönlich sehr. Auch unsere Lage im Dreiländereck Thüringen-Hessen-Bayern und natürlich die Rhön. Landschaftlich ist das für mich immer wieder beeindruckend und in der Tat einzigartig.


Erschienen in der Ausgabe 06/2021 (zum Heftarchiv).

 

Fotos und Titelfoto:

Mona Scharfenberger


www.flashsmile-photografie.de


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