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Caroline Reukauf

„Heimat bedeutet für mich, dass ich mich geborgen und glücklich fühle.”


Ich liebe die wunderschöne Natur zwischen dem Rennsteig und der Rhön, die Berge mit ihren tollen Aussichten und Plätzen, die zum Verweilen einladen, um nach einem anstrengenden Tag neue Kraft zu tanken.

Hallo, mein Name ist Caroline Reukauf. Ich bin 38 Jahre alt und Dorfkind mit Leib und Seele. Aufgewachsen bin ich in Gabolshausen mit 260 Einwohnern in der Nähe von Bad Königshofen im Grabfeld und heute lebe ich mit meiner Familie in Helmershausen in der Gemeinde Rhönblick am Fuße der Hohen Geba. Es wird ruhiger zu Hause, da die beiden großen Kinder bereits ausgezogen sind und ihre Ausbildung machen. Unser Nesthäkchen Finn mit seinen 9 Jahren hilft uns aber oft tatkräftig in unserem kleinen Familienbetrieb Landkautz.


Foto: Kati Schulz

 

Steckbrief Name: Caroline Reukauf Wohnort: Helmershausen

Alter: 38 Jahre

 

links: Caroline mit ihrem Mann Marcel © Kati Schulz

rechts: Die "RHÖN-verliebt"- Tassen von Landkautz © Kati Schulz


Landkautz ist das Herzensprojekt von mir und meinem Mann Marcel und in den letzten zwei Jahren zu einem Stück Heimat für uns geworden. Landkautz ist das Ergebnis aus selbständiger Arbeit und Familie sowie dem Versuch beides miteinander in Einklang zu bringen.

Als Finn geboren wurde, habe ich Handmade-Kleidung für ihn gekauft. Mein Mann hat mich damals bestärkt, dass ich das genauso gut nähen könnte und hat mir eine Nähmaschine geschenkt. Gesagt, getan! Die ersten Höschen und andere Babykleidungsstücke „hüpften” im Nu von meiner Nähmaschine und ich erinnerte mich, dass ich bereits in meiner Kindheit und Jugend gerne genäht habe. Schon immer hatte ich Freude an kreativen Tätigkeiten.

Im Laufe der Jahre kamen stetig neue Designs und neue handgenähte Produkte hinzu und ich begann meine Produkte über DaWanda, ein zu dieser Zeit namhaftes Online-Portal für selbstgefertigte Produkte, erfolgreich zu verkaufen. Die Nachfrage wurde größer und größer und wir hatten noch so viele neue Ideen für Produkte, nicht nur aus Stoff. So ist die Idee entstanden, Landkautz zu gründen.

Bei unserem Sortiment legen wir Wert auf Heimatbezogenheit und Regionalität. Alle Produkte werden von mir und meinem Mann selbst entworfen, mit viel Hingabe in unserem Atelier in Helmershausen umgesetzt und anschließend in unserer Werkstatt in Handarbeit gefertigt. Mich begeistert es, liebevolle Geschenke für Naturfreunde und Dorfkinder mit meinen eigenen Händen zu erschaffen. Der Grundstein hierfür wurde schon in jungen Jahren gelegt. Denn schon als Kind habe ich es geliebt, mit meinem Opa in seiner Werkstatt zu werkeln. Der Geruch von frisch behandeltem Holz, Leim & Co. ist unbezahlbar. Mein Opa ist 89 Jahre alt und drechselt schon sein ganzes Leben lang. Er hat ein großes Holzlager. Hier bekommen wir tolles Holz aus der Region, das er über Jahre gelagert und getrocknet hat. Seit ich denken kann, gehörte das „Holzmachen” für den Kachelofen mit der ganzen Familie zu unserem Alltag.

Diese Erlebnisse aus der frühen Kindheit haben mich ebenso geprägt wie die kreative Ader und die handwerkliche Begabung meiner Eltern. Mein Papa war selbständiger Maler und meine Mama hat schon immer gern genäht. Zudem haben meine Eltern alles mit ihren eigenen Händen be- und erarbeitet. Hier waren wir als Kinder immer mit dabei. Der Ideenreichtum und die Schöpferkraft meiner Eltern haben sich auf mich übertragen. Heute kann ich diese Eigenschaften optimal in unserem Herzensprojekt Landkautz zum Ausdruck bringen: Mittlerweile wird bei uns Filz bestickt und verarbeitet, Taschen, Pullover u. v. m. bedruckt sowie Glas und Holzprodukte graviert. Es ist ein stetiger Entwicklungsprozess und es macht Freude die Produkte wachsen zu sehen. Einen ganz persönlichen Hintergrund haben für mich unsere Produkte für Jäger, da mein Papa leidenschaftlicher Jäger war. Landkautz ist mein Bezug zur Heimat Rhön sowie zur Natur und ich liebe es ein Teil davon zu sein.



Nebliger Tag auf der Geba © Kati Schulz


Ich schätze es sehr, dass wir entfernt von der Hektik der Großstädte und der Unpersönlichkeit eines Plattenbaus leben. Mich mit meinem Umfeld verbunden zu fühlen, zu den Menschen, denen ich begegne „Hallo” zu sagen und ein freundliches Nicken oder ein „Hallo” zurück zu bekommen, schenkt mir Wohlgefühl und Freude. Ich mag es sehr, dass wir uns kennen in meiner „neuen” Heimat Helmershausen, welche sich eigentlich kaum anders anfühlt als mein Heimatort, in dem ich aufgewachsen bin. Heimat bedeutet für mich, dass ich mich geborgen und glücklich fühle. Eine große örtliche Veränderung meiner Heimat kam für mich nie in Frage. Ich bin ein sehr familiärer Mensch. Schon als Teenager war es mir sehr wichtig, in der Nähe meiner Familie zu sein. Ich wollte nie den Bezug zu meiner Heimat verlieren. Menschen, die noch nichts über meine Heimat wissen, erzähle ich von der tollen Natur – mit ihren grünen Mischwäldern und den Flüssen, die sich durch die Landschaft und die kleinen Ortschaften schlängeln. Ich erzähle von den kleinen Gaststätten mit ihren regionalen Gerichten, von den älteren Menschen mit ihren vielen Geschichten über längst vergessene Zeiten. Meine Oma hat immer Detscher gemacht. Ich habe den Geschmack der herzhaften Variante nie vergessen. Bei vielen Backhausfesten hier in der Region gibt es noch immer diese herzhafte, aber auch eine süße Variante. Wer den „Dom der Rhön” in Helmershausen noch nicht kennt, sollte unbedingt einmal ein Konzert in dieser Kirche mit ihrer imposanten Erscheinung und der einmaligen Akustik erlebt haben.


Auf der Geba © Kati Schulz


In unserer heutigen doch schnelllebigen Welt wünsche ich mir manchmal etwas mehr Ruhe und Entschleunigung zurück. Entschleunigen kann ich am besten in der heimischen Natur, zum Beispiel auf dem Plateau der Hohen Geba, wo alles so herrlich ruhig ist und man einen wunderbaren Weitblick genießen kann. Dies ist ein besonderer Kraftort für mich. Ein weiterer Lieblingsplatz befindet sich oberhalb von Helmershausen, direkt am Fuße des Hutsberg. Hier steht eine tolle Liegebank mit Blick auf Helmershausen und die Geba. Dort kann ich die Seele baumeln lassen und kreativ neue Geschäftsideen entwickeln. Auch der Wald hat eine magische Anziehungskraft auf mich. Unserem Sohn einfach beim Spielen im Wald zuzuschauen und im Moment zu verweilen – mehr brauche ich nicht zum Entschleunigen und Glücklichsein.


Erschienen in der Ausgabe 02/2024 (zum Heftarchiv).

 


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