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Bernd Hückl

Aktualisiert: 3. Nov. 2022

Es war Berthold Hückl, der 1957 die Weihersmühle in Fladungen erwarb und hier gemeinsam mit seinem Sohn Walter einen landwirtschaftlichen Betrieb aufbaute. Heute gibt es hier neben der Landwirtschaft und der Bullenmast vor allen Dingen ein Ferienparadies für die ganze Familie, das Bernd Hückl, der Enkelsohn von Berthold, seit über 30 Jahren mehr und mehr erweitert und ständig modernisiert. Der echte Rhöner vom Land hat sich Zeit genommen für die Fragen unserer Redaktion.

Carolin Lawin

Foto: Flashsmile Photografie

 

Steckbrief Name: Bernd Hückl Wohnort: Fladungen Alter: 60 Jahre Hobbys: Wandern, Fahrrad fahren, Reisen Motto: „Genieße jeden Tag!“

 

Was bedeutet Heimat für dich?


Das schönste Gefühl, das es gibt. Heimat ist da, wo ich geboren bin. Damit verbinde ich die Kinder, die Familie und das Umfeld. Und natürlich unsere wunderschöne Natur. Hier in der Rhön habe ich meine Landwirtschaft und bin dadurch jeden Tag draußen unterwegs. Inzwischen kann ich mir die Zeit nehmen, bei jeder Kuppe anzuhalten und den Ausblick auf die halbhohen Berge zu genießen.

Was ist so besonders an deiner Heimat?


Die gute Rhöner Luft. Unsere Gäste betonen oft, wie gut die Luft bei uns ist. In den 80er Jahren war ich LKW-Fahrer und immer, wenn ich von Frankfurt über den Berg gefahren bin, konnte ich wieder durchatmen.

Gibt es einen Ort, den du lieber „Heimat“ nennen würdest?


Nein, das ist und bleibt die Rhön. Es gibt einen Urlaubsort, den ich möglichst ein- bis zweimal im Jahr besuche: Füssen im Allgäu. Da habe ich auch geheiratet.

Das Allgäu hat wirklich seinen ganz eigenen Zauber, vor allem wegen der Berge. Ich genieße es, wenn die Kuhglocken da unten läuten. Diesen Ort würde ich trotzdem nicht gegen die Rhön tauschen wollen.


Kann sich Heimat deiner Meinung nach im Laufe des Lebens ändern?


Ich denke und hoffe nicht. Bei mir war es noch nicht so. Ich bin hier geboren, aufgewachsen und war nur beruflich mal tageweise woanders: Als ich LKW-Fahrer war, war ich höchstens mal zwei Tage am Stück unterwegs. Meistens war ich aber über Nacht zu Hause. Seit 1994, also seit fast 30 Jahren, habe ich nun meinen Betrieb hier, auf den ich sehr stolz bin. Da stellte sich für mich nie die Frage, woanders hinzugehen. Es gab ja auch immer was zu tun. Nachdem im April 1993 unsere Mühle komplett abgebrannt war, eröffneten wir an dieser Stelle 1998 die erste Ferienwohnung. Inzwischen sind wir ein 5-Sterne-Wellness-Bauernhof mit zehn Ferienwohnungen, Sauna, Solarium, einem Massage-Ruheraum und Kneippanlagen. Wir haben ein Rad & APARTment, Campingstellplätze, einen Warenautomaten mit Fleisch und Eis, der täglich 24 Stunden geöffnet ist; einen Fahrradverleih, einen riesengroßen Spielplatz, einen Hofladen, Frühstücksbuffet – auch für Nicht-Hausgäste – sowie Alpakas, Ponys, Hasen, Hühner und natürlich die Rinder. 2011 haben wir mit dem Bau unserer eigenen Biogasanlage begonnen und 2017 hat mein Sohn Christian den vollautomatisierten Bullenmaststall hochgezogen. Inzwischen ist mein Sohn offiziell mit in den Betrieb eingestiegen und führt ihn nun mit der Unterstützung seiner Familie. Und ich genieße die Zeit mit den Enkelkindern (lächelt zufrieden). Als nächstes wollen wir ein Schwimmbad sowie Nasszellen und Toiletten für unsere Campinggäste bauen. Mir wird also ganz sicher nicht langweilig.


Was macht für dich deine Heimat liebenswert?


Die sagenhafte Landschaft und die Rhöner Leut‘. Die Rhöner sind hart, stur, aber haben ein gutes Herz. Ich komme mit diesen Eigenschaften klar und habe ein super Verhältnis zu vielen Leuten hier. Seit der Wende habe ich sogar auch in Thüringen einen großen Bekanntenkreis. Die Nachbar-Agrargenossenschaft hatte nach der Wende das ein oder andere Problem, bei dem ich gerne geholfen habe. Das schätzen die heute noch. Natürlich helfe ich immer noch aus und über die Jahre ist privat ein gutes Verhältnis entstanden. Südthüringen ist ohnehin auch ein wunderbares Fleckchen Erde – meine Frau kommt aus dem Raum Schmalkalden.

Ist deine Heimat unverbesserlich? Was würdest du verbessern?


Ich finde sie super. Ich wünsche mir, dass sie genau so bleibt, wie sie ist, vor allen Dingen in puncto Sauberkeit. Neulich waren wir zu einem Besuch in Kassel. Überall sind dort Häuser verschmiert. Das kenne ich auch aus meiner Zeit als LKW-Fahrer im Frankfurter Raum. Bei uns in der Rhön ist das alles noch ordentlich aufgeräumt. Das soll auch so erhalten bleiben, wie es ist.


Was ist dein Lieblingsplatz in deiner Heimat?


Die Eselsrhön. Wenn man vom Aussichtspunkt Heimatblick Richtung Leubach geht, dieses Gebiet nennt man Eselsrhön. Von dort kann man das ganze Streutal anschauen, bis nach Schweinfurt. Bei klarer Sicht sehe ich sogar das Atomkraftwerk in Grafenrheinfeld.

Was muss man in deiner Heimat unbedingt gesehen haben?


Das eindrucksvollste Hochmoor der Rhön: das Schwarze Moor. Wenn man hier die Hochrhönstraße bis nach Bischofsheim fährt, hat man immer eine Fernsicht nach Hessen und Bayern. An keinem anderen Ort wird einem so deutlich klar, warum wir das „Land der offenen Fernen“ genannt werden. Ich empfehle diese Strecke gerne unseren Gästen und die sind immer sehr begeistert. Das ist landschaftlich wirklich einmalig.

Was muss man in deiner Heimat unbedingt gegessen haben?


(lacht) Fladunger Bratwürste! Es sind eigentlich Thüringer Bratwürste. Aber der Fladunger Metzger macht die schon seit eh und je verdammt gut. Die sind wirklich sehr zu empfehlen.

Was macht dein Zuhause einzigartig?


Die Gastfreundschaft. Wir sind ja unmittelbar am Fahrradweg und wenn Leute vorbeikommen, frage ich, ob ich helfen kann und gebe Tipps. Das kommt immer gut an. Ein Radtourist hat sich neulich sogar per Brief bedankt (schmunzelt).


Erschienen in der Ausgabe 08/2021 (zum Heftarchiv).

 
 

Fotos und Titelfoto:

Mona Scharfenberger



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